Ich bin es leid!

Die Zeit ist gekommen

Ich befürchte, die Zeit ist gekommen, in der Gespräche und große Worte keinen Sinn mehr machen. Zu vergiftet die Atmosphäre.

Dabei macht der vermeintliche Bildungsgrad auch keinen Unterschied, es sind einzig und allein die Ängste und andere Emotionen, die aus den Menschen sprechen. Selbst der bis hin geglaubte kluge Mensch hat inzwischen einen unaufhaltsamen Hass entwickelt, dem mit Vernunft und Appell nicht mehr zu begegnen ist. Es spielt auch keine Rolle, was die Menschen im einzelnen zu dieser Wut auf den anderen veranlasst – sie ist da. Und sie wird durch immer fetteres Futter gestärkt und gezüchtet, ausgeweitet und selbst der Unschuld in Person antrainiert. Die Zeit ist gekommen, in der es kein Zurück mehr gibt.

Nun muss gehandelt werden

Nein, dies ist kein Aufruf zu unrechtmäßigem Handeln. Es ist ein Aufruf zu Nächstenliebe. Eine offensichtlich unüberwindbare Hürde in dieser Zeit, ist selbst die Kirche nicht mehr in der Lage dazu. Nun ist jeder einzelne gefragt, Wärme und Licht ins Dunkel zu bringen. So unterschiedlich wir alle auch sind – vor Gott sind wir gleich. Es ist jetzt Aufgabe, den richtigen Weg zu finden. Jeder für sich. Der Weg, auf dem Liebe die Richtung weist, wird am Ende zu einem zusammenführen. Der andere wird bröckeln. Und dort, wo geschwiegen wird, werden die Herzen verkümmern. Nur Liebe zum Nächsten ist der Antrieb zu richtigem Handeln.

Jeder für sich

Es scheint jeder mit sich selbst beschäftigt. Vermutlich ist das wichtig, um der Wahrheit des Herzens folgen zu können. Aber es macht müde. Müde, noch weitere Worte zu bemühen. Sie sind zum Überdruss geworden. Hört sie noch jemand? Interessiert sie noch jemand? So seien sie ein Zeitdokument. Aus einer Phase, in der es laut und ruhig zugleich wurde und in der nur noch die ausgestreckte Hand zählte. Bei den Hassenden aus purem Egoismus, bei den Liebenden als Einladung in offene und reine Herzen. Jeder für sich entscheidet, warum er seine Hand ausstreckt.

Hilflosigkeit

Man fühlt sich so allein, so unverstanden, so hilflos. Worte verpuffen alle im Geschrei der Verzweiflung und ich bin es leid! Leid, die immer selben Diskussionen um Nichts zu führen. Leid, den unendlichen Hass weiter ertragen zu müssen. Leid, dass Freundschaften und Familien daran zerbrechen. Leid, dass Leid gegen Leid aufgewogen wird. Leid, das Leid mit anzusehen. Leid, noch was zu sagen.  Aber auch leid, einfach nur zuzusehen. Leid, gelähmt zu sein.

Wenn die Kraft ausgeht

Die Kraft schwindet meist, wenn der Weg aussichtslos erscheint. Sähen wir Licht am Horizont, könnten wir leichter unsere Reserven aktivieren. Wird die ausgestreckte Hand jedoch ignoriert, so verbrauchen sich die Reserven für Trauer. Die Hand sinkt langsam herab. Zeit für die Schweigenden, ihre zu reichen. Es ist ein Wechselspiel aller Kräfte. Jeder für sich und alle gemeinsam. Zum Herzen hin. Übrig bleiben wird Erschöpfung. Und Liebe!

(Bildnachweis: Pexels)