Aufwachen! – Nö!

Im Grunde genommen bin ich der langweiligste Mensch auf diesem Planeten. Eine Liege, etwas Lesestoff und Musik würden mir zum Leben absolut ausreichen. Na gut, das ein oder andere Genussmittel darf auch nicht fehlen und meine Liebsten gehören natürlich unbedingt dazu.

Nichts desto trotz, genieße ich einsame Stunden, in denen ich mich samt Kopfhörern und ein, zwei Bierchen völlig ungestört meinen Tagträumereien hingeben kann. Nach meiner Vorstellung gibt es fast nichts Schöneres. Nichts Besonderes, werden Sie jetzt wahrscheinlich denken und das stimmt. Wer zieht sich nicht gerne einmal für sich allein zurück, um abzuschalten? Leider (oder zum Glück?) gehöre ich jedoch zu den Menschen, die es schaffen, den kompletten Tag hindurch zu träumen, völlig unabhängig davon, ob ich gerade für mich oder mitten im Alltagstrubel gefangen bin. Ich schweife ab, flüchte in meine Traumwelt und funktioniere trotzdem irgendwie. Es passiert ganz automatisch – das Träumen. Ich glaube, dass außer mir wirklich niemand so hoffnungslos verträumt ist wie ich.

Nicht selten wurde ich dafür in meinem Leben schon belächelt, offenbarte ich meinen ein oder anderen Tagtraum. Und die Realität holt mich natürlich auch des Öfteren ein und klingelt nerviger als jeder schrille Wecker es könnte. Unbelehrbar verfalle ich jedoch umgehend wieder in einen Tiefschlaf voller fantastischer und unwiderstehlicher Tagträume. Es ist in der Tat hoffnungslos. Doch ohne meine traumreisende Seele wäre ich nicht Ich.

Ja, ich liebe Tagträume! Es gibt meiner Meinung nach nichts Schöneres, als sich abseits eines aufgezwungenen Alltags in endlosen und utopischen Träumereien zu verlieren. Ohne sie fehlten doch unsere Ziele, unsere Antworten, unsere Hoffnung und unsere Gefühle. Ohne meine dauerhaften Träume hätte ich so manchen Wunsch für mein Leben gar nicht verwirklichen können. Träume sind Leben. Mehr noch als Sie zu träumen wagen. Träumen Sie mehr!

In diesem Sinne, guten Tag und träumen Sie was Schönes!

(Bildnachweis: Dana Jungbluth)